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An diesem Morgen gings zur 2ten
Umrundung von Cap Corse (36 km lang und 14 km breit) und wir
starteten früh. Wir beschlossen diesesmal die Umrundung entgegen
dem Uhrzeigersinn zu beginnen.
Unser erster Stopp
war am "Hausberg" von St. Florent - dem Col
de Teghime (536m). Hier erinnerte ein großes militärisches
Denkmal und eine alte Kanone an
den zweiten Weltkrieg und die gefallenen Soldaten: Wenn man
hier oben stand und auf die eine Seite blickte,
dann sah man Bastia und das Meer und wenn man auf die andere
Seite blickte, sah man die Bucht von St. Florent. Kein Wunder,
dass die Soldaten damals den Col de Teghime ausgewählt hatten.
Dann ging es weiter nach Bastia. Dort bogen wir dann
auf die kleine D31 ab - das ist die Parallelstraße zur
der Küstenstraße - kleiner, schöner. kurviger
und mit mehr Aussicht. Doch nach ca. 16 km endete die Straße
bei Miomo wieder in die Küstenstraße D80. Von nun
an fuhren wir am Meer entlang. Es gab kleine Dörfer mit
schnuckligen Buchten. Nichts für den
Massentourismus, aber doch alles sehr gut für den Tourismus
im "Kleinen Feinen" erschlossen.
Wir kamen bis zu dem kleinen Hafenstädtchen
Macinaggio
fast schon an der Spitze des Fingers,
aber dann nicht mehr an dem schönen Restaurant U
Culombu vorbei.
Die Speisekarte lockte mit frischem Meeresgetier und wir konnten
der Versuchung nicht widerstehen. Keine Sekunde hatten wir
den Stop bereut. Das
Essen war
köstlich.
Hier hätte
man es auch durchaus noch ein paar Tage aushalten können.
Frisch gestärkt ging es weiter. Wir wollten unbedingt
nach Barcaggio, dem nördlichsten Punkt Korsikas.
Diesesmal hatten wir den Abzweig gefunden. Barcaggio
war ein verschlafenes Fischerdörfchen. Gibt es hier
auch die Siesta? Auf jeden Fall waren alle öffentlichen
Gebäude geschlossen und außer einem anderen Touristenpärchen
man sah so gut wie keine Menschenseele. Wir setzten uns dennoch
an die Hafenkneipe und beoachteten das sachte Schaukeln der
kleinen Fischerboote und in der Ferne konnte man die kleine
Insel Ile de la Giraglia sehen..
Anschließend ging es weiter nach Tollare,
auch an der äußersten Spitze gelegen - man kann dies
nicht als Ort bezeichnen. Es gab hier lediglich ein paar
alte Häuser
und einen Genueser Turm. Aber Menschen gab es hier und viele
Vierbeiner. Ansonsten verirrten sich wohl nicht so viele Fremde
an dieses Ende Korsikas - zumindest nicht im Juni.
Auf kleinsten Strässchen fuhren
wir das letzte Stück bis zur anderen Seite des Fingers.
Da es uns in Port
de Centuri so gut gefallen hatte, fuhren wir wieder
hin und genossen dort in einem der Lokale unseren nachmittäglichen
Cappuccino.
Vielleicht noch ein kleiner Tipp am Rande, den wir bei einer
Bootstour in Südafrika gelernt hatten und ganz toll fanden:
Um Richtungen zu beschreiben nimmt man die Uhr als Grundlage.
Schaut man dann auf die Landkarte, dann befindet sich Port de
Centuri auf 11.00 Uhr und Marcinggio wo wir gegessen hatten auf
1.00 Uhr.
Auf dieser (linken) Seite des Fingers gefiel es uns besser. Es
gab mehr Kurven, schroffere Felsen, tolle Buchten, schöne
Dörfchen
an den Klippen und gigantische Aussichten aufs Meer. Was
will man mehr?
Kurz vor dem kleinen Dorf Nonza kamen
an einer großen alten verlassenen Fabrik vorbei. Es war eine
ehemalige Astbestfabrik. Diese Fabrik ist anscheinend auch der
Grund für den schwarzen Strand rund um Nonza. Aber man sagt,
dass dieser mittlerweile völlig astbestfrei und somit ungefährlich
sei.
Eigentlich
wollten wir noch die vielen kleinen Quersträßchen
zwischen der linken und rechten Seite des Fingers fahren, aber
uns lief die Zeit davon.
So blieb uns nur noch der direkte Weg auf der D80 an der Küste
entlang. Aber diese Strecke konnten wir dafür heute in vollen
Zügen genießen. Die Sonne schien und die Welt war
wunderbar.
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