Korsika 2007 - St. Florent - Cap Corse (Klein-Korsika)


An diesem Morgen gings zur 2ten Umrundung von Cap Corse (36 km lang und 14 km breit) und wir starteten früh. Wir beschlossen diesesmal die Umrundung entgegen dem Uhrzeigersinn zu beginnen.

Unser erster Stopp war am "Hausberg" von St. Florent - dem Col de Teghime (536m). Hier erinnerte ein großes militärisches Denkmal und eine alte Kanone an den zweiten Weltkrieg und die gefallenen Soldaten: Wenn man hier oben stand und auf die eine Seite blickte, dann sah man Bastia und das Meer und wenn man auf die andere Seite blickte, sah man die Bucht von St. Florent. Kein Wunder, dass die Soldaten damals den Col de Teghime ausgewählt hatten.

Dann ging es weiter nach Bastia. Dort bogen wir dann auf die kleine D31 ab - das ist die Parallelstraße zur der Küstenstraße - kleiner, schöner. kurviger und mit mehr Aussicht. Doch nach ca. 16 km endete die Straße bei Miomo wieder in die Küstenstraße D80. Von nun an fuhren wir am Meer entlang. Es gab kleine Dörfer mit schnuckligen Buchten. Nichts für den Massentourismus, aber doch alles sehr gut für den Tourismus im "Kleinen Feinen" erschlossen.

Wir kamen bis zu dem kleinen Hafenstädtchen Macinaggio fast schon an der Spitze des Fingers, aber dann nicht mehr an dem schönen Restaurant U Culombu vorbei. Die Speisekarte lockte mit frischem Meeresgetier und wir konnten der Versuchung nicht widerstehen. Keine Sekunde hatten wir den Stop bereut. Das Essen war köstlich. Hier hätte man es auch durchaus noch ein paar Tage aushalten können.

Frisch gestärkt ging es weiter. Wir wollten unbedingt nach Barcaggio, dem nördlichsten Punkt Korsikas. Diesesmal hatten wir den Abzweig gefunden. Barcaggio war ein verschlafenes Fischerdörfchen. Gibt es hier auch die Siesta? Auf jeden Fall waren alle öffentlichen Gebäude geschlossen und außer einem anderen Touristenpärchen man sah so gut wie keine Menschenseele. Wir setzten uns dennoch an die Hafenkneipe und beoachteten das sachte Schaukeln der kleinen Fischerboote und in der Ferne konnte man die kleine Insel Ile de la Giraglia sehen..

Anschließend ging es weiter nach Tollare, auch an der äußersten Spitze gelegen - man kann dies nicht als Ort bezeichnen. Es gab hier lediglich ein paar alte Häuser und einen Genueser Turm. Aber Menschen gab es hier und viele Vierbeiner. Ansonsten verirrten sich wohl nicht so viele Fremde an dieses Ende Korsikas - zumindest nicht im Juni.
Auf kleinsten Strässchen fuhren wir das letzte Stück bis zur anderen Seite des Fingers.
Da es uns in Port de Centuri so gut gefallen hatte, fuhren wir wieder hin und genossen dort in einem der Lokale unseren nachmittäglichen Cappuccino.

Vielleicht noch ein kleiner Tipp am Rande, den wir bei einer Bootstour in Südafrika gelernt hatten und ganz toll fanden: Um Richtungen zu beschreiben nimmt man die Uhr als Grundlage. Schaut man dann auf die Landkarte, dann befindet sich Port de Centuri auf 11.00 Uhr und Marcinggio wo wir gegessen hatten auf 1.00 Uhr.

Auf dieser (linken) Seite des Fingers gefiel es uns besser. Es gab mehr Kurven, schroffere Felsen, tolle Buchten, schöne Dörfchen an den Klippen und gigantische Aussichten aufs Meer. Was will man mehr?
Kurz vor dem kleinen Dorf Nonza kamen an einer großen alten verlassenen Fabrik vorbei. Es war eine ehemalige Astbestfabrik. Diese Fabrik ist anscheinend auch der Grund für den schwarzen Strand rund um Nonza. Aber man sagt, dass dieser mittlerweile völlig astbestfrei und somit ungefährlich sei.

Eigentlich wollten wir noch die vielen kleinen Quersträßchen zwischen der linken und rechten Seite des Fingers fahren, aber uns lief die Zeit davon.
So blieb uns nur noch der direkte Weg auf der D80 an der Küste entlang. Aber diese Strecke konnten wir dafür heute in vollen Zügen genießen. Die Sonne schien und die Welt war wunderbar.

Jochen
Nonza
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Col de Teghime

Barcaggio
Bucht
©Andrea Böhm & Jochen Brett                  mailto: Andrea & Jochen          www.fernweh-jochen-andrea.de