Ferme Auberge am Col de Verde
Korsika 2007 - Corte - Col de Verde - Col de Vaccia - Col de Bavella (225 km)


Heute hatten wir uns die 3-Pässe-Tour vorgenommen. Das hieß früh aufstehen und - es funktionierte auch erstaunlich gut ;-).
Zunächst fuhren wir ein Stück auf der N193 bis dann der Abzweig zur D69 kam. Hier begann eine wunderbare Tour: Eine enge Strasse, nicht viel breiter als bei uns ein Feldweg, viele Kurven - es ging mal rauf, dann wieder runter, aber das Schöne daran war, es wurde nie langweilig und immer wieder mußten wir anhalten um die gigantische Aussicht zu genießen. Hinter jeder Kurve gab es Neues zu entdecken. Wir sahen tiefe Schluchten, die umgeben von hohen Bergen waren und viele Berge hatten noch weiße Spitzen.
Schließlich kamen wir zum Foret (Wald) Dom. de Marmano - na ja, Wald konnte man nicht mehr überall dazu sagen. Im Jahr 2000 wütete eine große Feuersbrunst und verbrannte einen Großteil des Waldes. Über das ganze Tal verteilt sah man noch die traurigen Reste der verkohlten Bäume. Doch hier und da schien sich die Natur langsam wieder erholen zu wollen. Nach vielen Serpentinen erreichten wir den Col de Verde (1.289 m) der zurecht seinen Namen trug - grüner Berg.
Oben angekommen, sahen wir eine schön gelegene Ferme Auberge - ich glaube sie hieß Refugio S. Petro di Verde. Ein idealer Übernachtungsort für Wanderer und Naturliebhaber. Wir beschlossen dort ein zünftiges Frühstück einzunehmen und bestellten einen großen Vesperteller mit allerlei Wurst des Hauses. Dazu gab es frisch gebackenes noch wames Brot - hmmm lecker !!!! Der Preis war dann wie immer recht erfrischend ;-)
Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Col de Vaccia. Unterwegs kamen wir immer wieder durch kleine Bergdörfer. Die Gassen in den Dörfern waren so eng, dass man höllisch auf den Verkehr und die Bewohner - egal ob auf 2 oder 4 Beinen unterwegs - aufpassen mußte. Hier war Jochens ganze Aufmerksamkeit gefordert.
Die Einheimischen fuhren überall einen flotten Reifen und oftmals auch mit Geländewagen. Hier und da sorgte deshalb der Gegenverkehr für einen gehörigen Adrenalinstoß - zumindest bei uns.
Der Col de Vaccia bot eine wunderbare Aussicht nach allen Seiten. Außer ein paar Radfahrern gab es nur noch die neugierigen Schweine, die einen anbettelten. Da ich von den Schweinen wußte, hatte ich altes Brot vom Vortag mitgebracht, das sie gierig verschlangen. Als sie merkten, dass bei uns nichts mehr zu holen war, trollten sie sich davon und suchten sich neue Opfer. Wir setzten uns einige Zeit ins Gras und genossen die Stille und die Landschaft. Es war herrlich.

Irgendwo unterwegs trat ein gewaltiges Riesenschwein aus dem Dickicht. Es konnte kaum noch laufen vor lauter Gewicht. Überhaupt schien diese Gegend voll von Schweinen zu sein. Immer wieder trafen wir am Straßenrand auf Familien von ca. 10 Tieren. Sie waren alle lustig gemustert. Einige sogar mit Punkten. Wo sie die wohl her hatten?

Bei Aullene bogen wir dann ab auf die D420 und fuhren bis zu dem Ort Zonza. In Zonza, das für seine Pferderennbahn weithin bekannt ist, bogen wir dann nochmals ab auf die D268 - um zu unserem heutigen letzten großen Pass zu kommen, dem Col de Bavella mit 1.218m Höhe. Von weitem sah der Col de Bavella aus wie ein rießiger Drache, der gerade schlief. Oben auf dem Col war es dann für uns wieder ein wenig enttäuschend. Überall Menschen und alles wieder schön für den Massentourismus gerichtet. Kein Wunder, denn hier führte der bekannte Wanderweg GR20 vorbei. Es gab viele kleine Gites in denen Wanderer übernachten konnten.

Wir fuhren weiter bis Solenzara am Meer und dann auf der Küstenstrasse (N198) entlang bis Ghisonaccia und dann über die D344 und D343 bis zur N193 und dann nach Corte zurück. Unterwegs trafen wir dann noch auf einen schicken kleinen Fluss, dessen Gumpen zum Baden einluden. Während ich die Sonne auf einem großen Stein genoss, erkundete Jochen die nähere Umgebung.
Als wir nur noch wenige Meter von Corte entfernt waren, zog sich plötzlich der Himmel zu. Innerhalb von nur wenigen Minuten fing es heftig an zu regnen - so stark, dass wir fast nicht mehr weiterfahren konnten. Mittlerweile waren wir in Corte angekommen. Doch jetzt noch irgendwo einkehren machte keinen Sinn mehr. Unsere Kleidung war außen komplett nass und wir hatten nur noch 6 km bis zum Campingplatz. So beschlossen wir weiter zu fahren. Als wir Corte auf der anderen Seite wieder verließen, ließ auch der Regen nach und die Sonne kam heraus. Auf dem Campingplatz sagte man uns dass es dort nicht geregnet hätte. So waren wir wohl lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort ;-)

Col de Verde
Col de Vaccia
Col de Bavella
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Col de Bavella
Col de Vaccia
©Andrea Böhm & Jochen Brett                  mailto: Andrea & Jochen           www.fernweh-jochen-andrea.de