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Heute hatten wir uns die 3-Pässe-Tour
vorgenommen. Das hieß früh aufstehen und - es
funktionierte auch erstaunlich gut ;-).
Zunächst fuhren wir ein
Stück auf der N193 bis dann der Abzweig zur D69 kam. Hier
begann eine wunderbare Tour: Eine enge Strasse, nicht viel
breiter als bei uns ein Feldweg, viele Kurven - es ging mal
rauf, dann wieder runter, aber das Schöne
daran war, es wurde nie langweilig und immer wieder mußten
wir anhalten um die gigantische Aussicht zu genießen.
Hinter jeder Kurve gab es Neues zu entdecken. Wir sahen tiefe
Schluchten, die umgeben von hohen Bergen waren und viele Berge
hatten noch weiße Spitzen.
Schließlich kamen wir zum Foret (Wald) Dom. de Marmano
- na ja, Wald konnte man nicht mehr überall dazu sagen.
Im Jahr 2000 wütete eine große Feuersbrunst und
verbrannte einen Großteil
des Waldes. Über das ganze Tal verteilt sah man noch
die traurigen Reste der verkohlten Bäume. Doch hier und
da schien sich die Natur langsam wieder erholen zu wollen.
Nach vielen Serpentinen erreichten wir den Col de Verde (1.289
m) der zurecht seinen Namen trug - grüner Berg.
Oben angekommen, sahen wir eine schön gelegene Ferme
Auberge - ich glaube sie hieß Refugio S. Petro di Verde.
Ein idealer
Übernachtungsort für Wanderer und Naturliebhaber.
Wir beschlossen dort ein zünftiges Frühstück
einzunehmen und bestellten einen großen Vesperteller
mit allerlei Wurst des Hauses. Dazu gab es frisch gebackenes
noch wames Brot - hmmm lecker !!!! Der Preis war dann wie immer
recht erfrischend ;-)
Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg zum
Col de Vaccia. Unterwegs kamen wir immer wieder durch kleine
Bergdörfer. Die Gassen in den Dörfern waren so eng,
dass man höllisch auf den Verkehr und die Bewohner
- egal ob auf 2 oder 4 Beinen unterwegs - aufpassen mußte.
Hier war Jochens ganze Aufmerksamkeit gefordert.
Die Einheimischen
fuhren überall einen flotten Reifen
und oftmals auch mit Geländewagen. Hier und da sorgte
deshalb der Gegenverkehr für einen gehörigen Adrenalinstoß -
zumindest bei uns.
Der Col de Vaccia bot eine wunderbare Aussicht nach allen Seiten.
Außer ein paar Radfahrern gab es nur noch die neugierigen
Schweine, die einen anbettelten. Da ich von den Schweinen wußte,
hatte ich altes Brot vom Vortag mitgebracht,
das sie gierig verschlangen. Als sie merkten, dass bei uns
nichts mehr zu holen war, trollten sie sich davon
und suchten sich neue Opfer. Wir setzten uns einige Zeit ins
Gras und genossen die Stille und die Landschaft. Es war herrlich.
Irgendwo unterwegs trat ein gewaltiges Riesenschwein aus
dem Dickicht. Es konnte kaum noch laufen vor lauter Gewicht.
Überhaupt schien diese Gegend voll von Schweinen zu sein.
Immer wieder trafen wir am Straßenrand auf Familien von
ca. 10 Tieren. Sie waren alle lustig
gemustert. Einige sogar mit Punkten.
Wo sie die wohl her hatten?
Bei Aullene bogen wir dann
ab auf die D420 und fuhren bis zu dem Ort Zonza. In
Zonza, das für
seine Pferderennbahn weithin bekannt ist, bogen wir dann
nochmals ab auf die D268 - um zu unserem heutigen letzten großen
Pass zu kommen, dem Col de Bavella mit 1.218m Höhe.
Von weitem sah der Col de Bavella aus wie ein rießiger Drache,
der gerade schlief. Oben auf dem Col war es dann für
uns wieder ein wenig enttäuschend. Überall
Menschen und alles wieder schön für den Massentourismus
gerichtet. Kein Wunder, denn hier führte der bekannte
Wanderweg GR20 vorbei. Es gab viele kleine Gites in denen
Wanderer übernachten
konnten.
Wir fuhren weiter bis Solenzara am Meer und
dann auf der Küstenstrasse (N198) entlang bis Ghisonaccia
und dann
über die D344 und D343 bis zur N193 und dann nach Corte
zurück. Unterwegs trafen wir dann noch auf einen schicken
kleinen Fluss, dessen Gumpen zum Baden einluden. Während
ich die Sonne auf einem großen Stein genoss, erkundete
Jochen die nähere Umgebung.
Als wir nur noch wenige Meter von Corte entfernt waren,
zog sich plötzlich der Himmel zu. Innerhalb von nur
wenigen Minuten fing es heftig an zu regnen - so stark,
dass wir fast nicht mehr weiterfahren konnten. Mittlerweile
waren wir in Corte angekommen. Doch jetzt noch irgendwo
einkehren machte keinen Sinn mehr. Unsere Kleidung war außen
komplett nass und wir hatten nur noch 6 km bis zum Campingplatz.
So beschlossen wir weiter zu fahren. Als wir Corte auf der
anderen Seite wieder verließen,
ließ auch der Regen nach und die Sonne kam heraus.
Auf dem Campingplatz sagte man uns dass es dort nicht geregnet
hätte. So waren
wir wohl lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort ;-)
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Col de Verde
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Col de Vaccia
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Col de Bavella
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