Startseite Tropea - Santa Maria dell'Isola
Italien 2003
Region Kalabrien - Tropea - Altomonte



Wie immer hatten wir keinen festen Plan von unserer Reise in der Tasche. Der einzige feste Termin war unser 1. Arbeitstag nach dem Urlaub und der lag zum Glück noch fern. Da wir bislang nur den Norden Italiens von unseren früheren Reisen kannten, beschlossen wir auf eigenen Rädern step by step nach Hause zu fahren. So fuhren wir mit der Fähre von Messina aufs Festland. Die Überfahrt dauerte nicht lange - ich glaube es waren ca. 20 Minuten.
Dort angekommen, fuhren wir ein Stück auf der Autobahn gen Norden. Teilweise führte die Strasse über schwindelerregend hohe Brücken, dann wieder durch lange Tunnels. Die Landschaft war bergig und es wurde nicht langweilig. Nach ca. 30 Kilometer verließen wir die Autobahn - und suchten lieber wieder die kleinen Straßen, die am Meer entlang führten. Wir kamen vorbei an verschlafenen Küstenstädtchen wie Scilla, schönen menschenleeren Stränden und immer schien die Sonne. Schließlich landeten wir in Tropea.
Tropea zählt aufgrund seiner Lage und der gut erhaltenen Altstadt zu den beliebtesten Urlaubszielen Kalabriens und den schönsten Orten der italienischen Mittelmeerküste. Trotz seiner Beliebtheit hat es jedoch Ursprünglichkeit bewahrt und ist bisher vom Massentourismus verschont geblieben. Die Altstadt Tropeas lädt mit seinen zahlreichen Cafés, kleinen Boutiquen und typisch italienischen Gassen zum Flanieren und Verweilen ein. In der Umgebung gibt es zahlreiche kleine Buchten und weiße Sandstrände sowie eine große Vielfalt an Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten, die das Tourismusangebot abrunden. Das wußten wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Schnell war eine Unterkunft gefunden -  es war das Albergo K2 Nazionale inmitten der Stadt. Nichts Besonderes, aber ok.

Mit Einbruch der Dunkelheit fand in dem Ort eine riesige Prozession statt wo einem Schutzheiligen gehuldigt wurde. Die halbe Stadt war auf den Beinen und alle Strassen waren für den Verkehr gesperrt. Die ganze Nacht wurde gefeiert. Wir schlossen uns der Festivität kurzerhand an. Spät gingen wir in dieser Nacht zu Bett.
Am nächsten Tag erkundeten wir die nähere Umgebung mit dem Motorrad und entdeckten Tropea bei Tag. Das Städtchen gefiel uns - vorallem die engen Gässchen, das gepflegte Ambiente und die schönen Restaurants. Ein Tag faulenzen, dann ging es weiter gen Norden. An diesem Tag fuhren wir auf kleinsten Straßen im Landesinneren durch Kalabrien. Diese Region war nicht vom Reichtum gesegnet und schien ärmer als Sizilien zu sein - aber nicht minder schön an grüner Landschaft. An den Straßenrändern wurde oftmals Selbstgemachtes angeboten und hin und wieder verfolgte uns kläffend eine Hundemeute. Wir kamen vorbei an kleinen Seen, alten Gehöften und einsamen Dörfchen. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Gegen Abend trafen wir in Altomonte ein. Es war eine kleine Stadt an einen Hang gebaut. Wir suchten eine Unterkunft für die Nacht und fanden schließlich im oberen Teil der Stadt das Hotel "de Marco".  Die Betreiber waren wohl (noch) nicht auf Gäste eingestellt. Sie gaben uns zu verstehen, dass das Restaurant eigentlich (noch) geschlossen sei, wir aber dennoch eine Kleinigkeit - a la mama - zu essen bekommen würden, allerdings mußten wir hier Vorauskasse leisten. Wir wurden mit einem ein 3-Gänge-Menue überrascht und es schmeckte vorzüglich. Damit hatten wir nicht gerechnet.
Die Zimmer waren einfach, aber ok. Am Abend saßen wir auf unserem Balkon mit einem guten Rotwein und konnten weit über die Stadt blicken. In der Ferne hörte man Hundegebell und über unsere Köpfe hinweg schwirrten hin und wieder Fledermäuse. Hier war das echte Italien.
Nach einem guten Frühstück erkundeten wir mit unserem Motorrad die Gegend. Am Abend gingen wir in der Pizzeria "da Grotta" in der Stadt essen. Von hier aus konnten wir bestens die Dorfjugend auf ihren Moppeds beobachten.
Kalabrien ist auf jeden Fall eine eigene Reise wert.

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Altstadt von Tropea
Landschaft Kalabriens
Städte im Fels gebaut
Aussicht vom Hotel über Altomonte
Pizzeria Da Grotta

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©Andrea Böhm & Jochen Brett                  mailto: Andrea & Jochen                 www.fernweh-jochen-andrea.de